MusiktheorieDreiklänge

Wie bildet man einen Dur-, Moll-, verminderter oder übermäßigen Dreiklang? Was sind Stufendreiklänge, Funktionsbezeichnungen und Dreiklangsumkehrungen? Und wie werden Dreiklänge in Form von Symbolen notiert? All das erfährst du hier. Dreiklänge sind in der Musiktheorie zwei aufeinander aufbauenden Terzen. Wir werden in dieser ersten um etwas Musiktheorie nicht herum kommen. Denn genau dieses Basiswissen kann uns in Situationen weiterbringen, in denen uns die Kreativität für’s Songwriting fehlt. Viel Spaß! Inhalte in diesem Artikel Dur-DreiklangMoll-DreiklangVerminderter-DreiklangÜbermäßiger-DreiklangStufendreiklängeFunktionsbezeichnungenTonikaSubdominanteDominanteSpiele mit den...

Wie bildet man einen Dur-, Moll-, verminderter oder übermäßigen Dreiklang? Was sind Stufendreiklänge, Funktionsbezeichnungen und Dreiklangsumkehrungen? Und wie werden Dreiklänge in Form von Symbolen notiert? All das erfährst du hier.

Dreiklänge sind in der Musiktheorie zwei aufeinander aufbauenden Terzen. Wir werden in dieser ersten um etwas Musiktheorie nicht herum kommen. Denn genau dieses Basiswissen kann uns in Situationen weiterbringen, in denen uns die Kreativität für’s Songwriting fehlt. Viel Spaß!

Dur-Dreiklang

Den Dur-Dreiklang erzeugen wir dadurch, dass wir vom Grundton eine große Terz und eine reine Quinte bilden. Im Falle von C-Dur wären das also beispielsweise C-E-G. Bei G-Dur G-H-D. Und im Fall von F-Dur F-A-C. Und so weiter.

Maßgeblich für den Dur-Charakter ist die große Terz, die sie vom Moll-Charakter unterscheidet.

Der Klang von Dur wird oft als “hell” beschrieben. Manchmal auch als “fröhlich”, wobei das natürlich auch auf den harmonischen Zusammenhang ankommt.

Der Dur-Dreiklang ist einer der beiden Hauptcharaktere, die im Songwriting für Pop und Rock Anwendung finden.

 

Moll-Dreiklang

Den Moll-Dreiklang erzeugen wir dadurch, dass wir vom Grundton eine kleine Terz und eine reine Quinte bilden.Bei C-Moll wären das also C-Eb-G. Im Falle von G-Moll G-B-D. Und bei F-Moll F-Ab-C. Und so weiter.

Maßgeblich für den Moll-Charakter ist die kleine Terz, die ihn vom Dur-Charakter unterscheidet.

Der Klang von Moll wird oft als “dunkel” beschrieben. Manchmal auch als “traurig”, wobei das natürlich auch auf den harmonischen Zusammenhang ankommt.

Der Moll-Dreiklang ist, neben dem Dur-Dreiklang, der andere der beiden Hauptcharaktere, die im Songwriting für Pop und Rock Anwendung finden.

 

Verminderter-Dreiklang

Den verminderten Dreiklang bilden wir mit einer kleinen Terz und einer verminderten Quinte. Daher auch der Name “verminderter” Dreiklang.

Er basiert ausschließlich auf kleinen Terzen. Am Beispiel von C-vermindert also C-Eb-Gb.

G-vermindert wäre G-B-E. F-vermindert wäre F-Ab-H.

Der verminderte Dreiklang strebt stark nach Auflösung in einen Dur- oder Moll-Dreiklang und klingt manchmal ein wenig dissonant.

Er kommt im Songwriting für Songwriting nicht so oft vor, kann aber trotzdem von Zeit zu Zeit für Abwechslung sorgen.

 

Übermäßiger-Dreiklang

Der übermäßige Dreiklang basiert auf zwei großen, aufeinander aufbauenden Terzen. Vom Grundton aus also eine große Terz und eine übermäßige Quinte. Von der übermäßige Quinte hat der Dreiklang seinen Namen.

Am Beispiel von C-übermäßig sind die Töne also C-E-G#. G-übermäßig besteht aus G-H-D# und F-übermäßig beispielsweise F-A-C#.

Ebenso wie der verminderte Dreiklang strebt auch der übermäßige Dreiklang nach Auflösung in eine Dur- oder Moll-Dreiklang und kommt im Songwriting im Pop- und Rockbereich nicht sehr häufig vor, auch wenn er, selten eingesetzt, für interessante Akzente sorgen kann.

 

Stufendreiklänge

Nehmen wir nun einmal die C-Dur-Tonleiter (oder C ionisch – was, wie wir bereits wissen, das Gleiche ist), so haben wir die Noten: C-D-E-F-G-A-H. Bezeichnen wir diese nun mit römischen Ziffern, so haben wir I, II, III, IV, usw.

Auf jede dieser Noten lässt sich ein Dreiklang aufbauen, der aus einander aufbauenden Terzen besteht. Zum Aufbau der Terzen verwenden wir nur leitereigene Töne. Also Töne, die in der Tonleiter vorkommen. In unserem Fall also nur Töne aus C-Dur. Namentlich C-D-E-F-G-A-H. Oder der Einfachheit halber, in C-Dur, nur die weißen Tasten auf der Klaviatur.

Vom Grundton C ausgesehen hätten wir also bei der ersten Terz eigentlich die Wahl zwischen einem Eb (kleine Terz) oder einem E (große Terz). Da das Eb aber kein leitereigener Ton ist und in der C-Dur-Tonleiter lediglich das E vorkommt, haben wir bereits unsere erste Terz: E.

Die Terz die sich nun auf E aufbaut, könnte nun entweder G (kleine Terz) oder Ab (große Terz) sein. Auch hier wissen wir, dass lediglich G ein leitereigener Ton der C-Dur-Tonleiter ist und verwenden dementsprechend: C-E-G als Dreiklang für die erste Stufe. Dieser Dreiklang ist der C-Dur-Dreiklang.

Gehen wir auf die gleiche Art und Weise nun mit den anderen Grundtönen vor, so ergibt sich ein interessantes Phänomen: Auf erster, vierter und fünfter Stufe befinden sich Dur-Dreiklänge. Auf zweiter, dritter und sechster Stufe Moll-Dreilänge und auf der siebten Stufe ein verminderter Akkord.

Schon jetzt, fernab von jeder Musiktheorie, lässt sich feststellen, dass sich aus diesen Stufendreiklängen ein großer Teil der Harmonien von Popmusik-Hits ergibt.

Lass dann doch Deiner Kreativität einmal freien Lauf und spiele eine Kombination aus Akkorden. Beispielsweise:

VIm-IV-I-V

Am-F-C-G

Oder eine andere beliebige, die gut klingt und Summe eine Melodie darüber.

Findest Du die Begleitung zu anderen Pophits? Hast Du eventuell schon eigene Songs geschrieben, deren Harmonien Du nun hier wiederfinden kannst?

Gehen wir auf die gleiche Art und Weise nun mit den anderen Grundtönen vor, so ergibt sich ein interessantes Phänomen: Auf erster, vierter und fünfter Stufe befinden sich Dur-Dreiklänge. Auf zweiter, dritter und sechster Stufe Moll-Dreilänge und auf der siebten Stufe ein verminderter Akkord.

 

Funktionsbezeichnungen

Die Harmonielehre bezeichnet die drei Dur-Dreiklänge der I., IV. und V. Stufe als Hauptdreiklänge und die Moll-Dreiklänge der II., III. und VI. Stufe als Nebendreiklänge. Die VII. Stufe wird in der klassischen Harmonielehre hingegen nicht berücksichtigt.

Die drei Hauptdreiklänge der I., IV. und VI. Stufe wurden im 18. Jahrhundert vom Musiktheoretiker und Komponisten “Jean Philippe Rameau” mit Funktionsbezeichnungen benannt. Der Dreiklang auf der I. Stufe erhielt die Bezeichnung “Tonika”. Die IV. Stufe die Bezeichnung “Subdominante” und die V. Stufe die Bezeichnung “Dominante”.

Wenn man von den drei Hauptdreiklängen jeweils eine kleine Terz nach unten geht, erhält man die Parallelklänge der Hauptdreiklänge. Dabei handelt es sich um die Nebendreiklänge. Somit ist die VI. Stufe die Tonikaparallele. Die III. Stufe ist die Dominantparallele und die II. Stufe ist die Subdominantparallele.

Soweit die Theorie. Was aber bringt uns das in unserer Arbeit als Songwriter? Die Antwort hierauf ist ganz einfach: Die verschiedenen Akkorde lösen im Zusammenspiel miteinander im Rahmen unserer Hörgewöhnheiten bestimmte Erwartungen aus.

Tonika

Grundton, spannungslos gibt dem Ohr einen zufriedenen Eindruck. Ist stabil und wohlklingend.

So klingt die Tonika (I. Stufe) und ihre Mollparalelle auf der VI. Stufe beispielsweise wie ein Anfangs- und Zielpunkt.

Subdominante

Ist deutlich offener als die Dominante. Strebt prinzipiell aber auch nach Auflösung und ist weniger stabil als die Tonika.

Die Subdominante auf der IV. Stufe und ihre Mollparallele auf der II. Stufe gelten als Gegenspieler der Tonika. So kann sich eine Harmonie fortentwickeln.

Dominante

Strebt nach Auflösung zur Tonika hin.

Für den Höhepunkt der Spannung sorgt dann die Dominante auf der V. Stufe. Auch der verminderte Akkord auf der VII. Stufe gehört eher in diese Kategorie, da beide stark nach Auflösung in die Tonika streben.

Eine Ausnahme bildet hier die III. Stufe, die auch eher den zufriedenen Eindruck der Tonika entspricht.

Spiele mit den Hörgewohnheiten

Mit diesem Wissen, können wir als Songwriter nun also mit den Hörgewohnheiten und Hörerwartungen unseres Publikums spielen. Eine Akkordfolge, könnte also auf der Tonika beginnen, dann zur Subdominante wechseln, darauf folgend zur Tonikaparallele und schließlich zur Dominante.

Obiges Beispiel als Akkordfolge: C-F-Am-G:

Oder mit der Tonika beginnen, gefolgt von der Subdominante, schließlich die Subdominantparallele und dann die Dominante.

Als Akkordfolge: C-F-Dm-G:

Ebenso kann man aber auch die Hörerwartungen der Hörer unbefriedigt lassen und so für einen Effekt sorgen. Wie in diesem Beispiel, das auf der Dominanten beginnt gefolgt von der Tonikaparallele und der Tonika. Dann folgt das Gleiche nur mit einem etwas schnelleren Wechsel auf die Subdominantparallele auf die Dominante.

Umkehrungen

Dreiklänge bestehen, wie wir bereits wissen, aus drei Tönen. Bisher haben wir die Töne immer in ihrer Grundform gesehen. Dabei war der Grundton ganz unten, gefolgt von einer großen oder kleinen Terz und einer Quinte.

Selbstverständlich kann man die Töne aber beliebig umschichten, ohne den Charakter der Akkords/ Dreiklangs zu verlieren. So kann man den Grundton vom unteren Teil, in den oberen Teil des Dreiklangs verfrachten, was man als “1. Umkehrung” bezeichnet. Basston ist dann die Terz des Dreiklangs, was für Abwechslung sorgen kann und häufig sinnvoll ist, wenn das Arrangement besser klingt.

Nehmen wir nun auch die Terz der 1. Umkehrung von ganz unten weg und fügen sie stattdessen ganz oben an, so haben wir die zweite Umkehrung eines Deiklangs. Der tiefste Ton ist nun die Quinte des Dreiklangs. Im Schaubild unten haben wir links den C-Dur-Dreiklang und rechts den C-Moll-Dreiklang. Die Töne bleiben trotz Umschichtung immer die gleichen.

Dur-Umkehrungen (links)

Moll-Umkehrungen (rechts)

 

Dreiklangssymbolik

Dreiklänge/ Akkorde als Begleitung eines Stücks werden je nach Komponist unterschiedlich notiert. Manchmal folgt die Notierung direkt im Notensystem, meistens aber in Form von Symbolen.

Umkehrungen notiert man so, dass man den gewünschten Basston hinter einem “Slash” also einem solchen Zeichen: “/” schreibt. G-Dur in der ersten Umkehrung wäre demnach also G/H. G-Dur in der zweiten Umkehrung: G/D.

Gleiches gilt für den Fall, dass man einen bestimmten Ton als Basston eines Akkords wünscht. Etwas plakativ könnte man sich also ein Fis in den Grundton eines C-Dur-Akkords wünschen und dies wie folgt notieren: C/F# … Auch wenn das natürlich nicht besonders gut klingen würde.

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