SongwritingWoher wissen, dass ein Song gut ist?

Was Du in diesem Artikel bei Musikwissen.com lernst: – Einige Möglichkeiten, wie Du die Qualität Deiner Melodie testen kannst Inhalte in diesem Artikel Melodien testenAbba-TestFremdhören lassenAnonym/ Unter Künstlernamen auf Parties laufen lassenMit Kritik umgehenAbschließend Melodien testen Eine gute Melodie ist eine Melodie die schnell und leicht im Kopf hängen bleibt. Ein Patentrezept dafür, wie man sie schreibt, gibt es allerdings nicht. Allerdings gibt es einige Möglichkeiten, wie Du die “Hittauglichkeit” Deiner Melodie testen kannst. Abba-Test...

Was Du in diesem Artikel bei Musikwissen.com lernst:
– Einige Möglichkeiten, wie Du die Qualität Deiner Melodie testen kannst

Melodien testen

Eine gute Melodie ist eine Melodie die schnell und leicht im Kopf hängen bleibt. Ein Patentrezept dafür, wie man sie schreibt, gibt es allerdings nicht. Allerdings gibt es einige Möglichkeiten, wie Du die “Hittauglichkeit” Deiner Melodie testen kannst.

Abba-Test

Ein einfacher Test, um die Hittauglichkeit Deiner Melodie festzustellen, ist, sie etwa fünf bis zehnmal zu hören und sie dann einfach links liegen zu lassen. Bist Du nach einem Tag oder einer Woche noch in der Lage, Dich mühelos an die Melodie zu erinnern, so hast Du eine potenzielle Hitmelodie gefunden. Dieser Trick wurde Gerüchten zufolge regelmäßig von Abba verwendet, um die Hittauglichkeit ihrer Songs zu testen. Anzuraten ist hierbei, dass Du die Melodie trotzdem aufschreibst/ aufnimmst, um sie später auch dann irgendwo verwenden zu können, wenn Du sie wider Erwarten vergessen haben solltest. Schließlich muss und kann nicht jeder Song ein Hit sein.

Fremdhören lassen

Deine Songs von anderen Menschen anhören und bewerten zu lassen, kann auch sehr hilfreich sein. Allerdings ist dies manchmal ein wenig schwierig. Denn Deine Freundin/ Dein Freund, Deine Verwandten und Arbeitskollegen (die sicherlich allesamt keine Musiker sind) werden von Deinen musikalischen Fähigkeiten normalerweise sowieso begeistert sein. Und dann kommt noch die soziale Komponente hinzu: Während es schick ist, einen Justin Bieber, Modern Talking oder Tokio Hotel zu kritisieren, wird Dir niemand Deiner Freunde und Verwandte an den Kopf werfen, dass Deine Musik “scheiße” sei.

Die Bewertung durch Familienangehörige, Bekannte und Freunde ist daher trügerisch. Als Songwriter bist Du sowieso in den Song verliebt, den Du für veröffentlichungswürdig hältst. Ebenso geht es den Musikern, die ihn für Dich singen oder aufnehmen. Und so kann man sich schnell der öffentlichen Lächerlichkeit preisgeben. Die wunderlichen Kandidaten bei den mannigfaltigen Casting- und Talentshows sind für diese üble Selbst- und Außeneinschätzung ein lebhaftes Beispiel.

Schließe für solche Qualitätseinschätzungen daher Familienmitglieder und Freunde kategorisch aus. Suche Dir lieber andere Musiker, die diesen Part übernehmen und die weder Bekannte von Dir sind, noch unter dem Druck stehen, Dir eine Gefälligkeit gewähren zu müssen. Dies wäre zum Beispiel in einer “Ich bewerte Deinen Song – Du bewertest meinen Song”-Situation der Fall, in der der eine Songwriter Angst davor hat, dem anderen ehrlich die Meinung zu sagen, weil dieser ja im Anschluss den eigenen Song bewertet und dann eine “Rache-Handlung” das Ergebnis sein könnte.

Eine Lösung könnte sein, Dich im Internet mit mehreren Songwritern zu verabreden und eine Art “anonymes Bewertungsroulette” zu veranstalten. Hierbei würde eine bestimmte Anzahl an Songwritern ihre Songs unter einer Nummer auf einem Server hochladen und die Songs der anderen, objektiv schriftlich kritisieren und Verbesserungsmöglichkeiten aufzeigen, ohne zu wissen, von wem welcher Song ist. Am Ende hat jeder beispielsweise fünf Meinungen von anderen Songwritern und könnte dementsprechend schauen, welche Kritik dem Song helfen kann. Natürlich solltest Du darauf achten, dass die anderen Songwriter gut oder sogar sehr gut sind und auch eine Ahnung von der Materie haben.

Anonym/ Unter Künstlernamen auf Parties laufen lassen

Eine weitere, sehr gute Möglichkeit (wenn nicht gar die Beste), um Deinen Song zu testen, ist, ihn in eine normale Playlist einzuflechten. In der Marktforschung geht es zum Beispiel oft darum, herauszufinden, ob Leute bereit wären für ein bestimmtes Produkt oder eine bestimmte Dienstleistung Geld zu bezahlen. Hierzu werden dann umfangreiche, repräsentative Umfragen nach dem Motto: “Wären Sie bereit für dies und das Geld auszugeben?

Wenn ja, wie viel?” gemacht und so weiter. Dieser Ansatz ist aber sehr hypothetisch. Es geht daher nichts über einen einfachen Versuch: Das fragliche Produkt nehmen und es Leuten gegen echte Bezahlung echt anzubieten. Denn erst dann, wenn jemand seinen Geldbeutel zückt und den Preis zu zahlen bereit ist, den ein Produkt kostet, kann man davon ausgehen, dass er es auch wirklich kaufen würde. Und genau das wäre hier der Fall. Auf einer Party könntest Du beispielsweise Deinen Song zwischen andere, bereits bekannte Songs schieben und schauen, ob es jemandem auffällt und dezent nachfragen, was die Leute vom Song halten (ohne, sie wissen zu lassen, dass es Dein Song ist). Das funktioniert aber natürlich nur, wenn du einen guten Song produzieren konntest. Konkret also nur dann, wenn Du für Dein Songwriting sowieso schon selbst die Musikproduktion machst. Und da dies ja heutzutage oft der Fall ist, kann es sich unter Umständen lohnen, mal bei einem regionalen DJ anzufragen und Deinen Song eventuell bei einer Party oder in einem Club laufen zu lassen.

Mit Kritik umgehen

Mit Kritik umzugehen ist immer ein schwieriges Unterfangen. Negative Kritik zeigt einem, dass jemand der Meinung ist, man hätte etwas falsch gemacht. Und das tut natürlich weh. Der Mensch ist aber in aller Regel darauf konditioniert, Schmerzen zu vermeiden. Kritik ist daher für viele Menschen nur schwer erträglich und führt sofort zu einer Abwehrhaltung. Man ignoriert die Meinung des anderen, tut sie als Nonsens ab oder fühlt sich angegriffen und giftet zurück.

Dabei ist Kritik oft auch eine Ohrfeige, die uns nach vorne bringen kann, wenn wir richtig mit ihr umgehen. Ein: “Mein Gott, klingt das scheiße” ist oft hilfreicher als tausend: “Schon sehr gut, aber vielleicht solltest Du nochmal ein bisschen an den Texten arbeiten”. Klar tut Kritik im ersten Moment weh – aber es lohnt sich, die automatisch auftauchende Abwehrhaltung zu unterdrücken und sich wirklich Gedanken darüber zu machen, ob an der Kritik nicht doch etwas dran ist. Hierbei hilft natürlich, wenn die Kritik nicht öffentlich, sondern im privaten Rahmen geäußert wird und zudem noch konstruktiver Natur ist, denn so kannst Du Dich verbessern.

Das bedeutet aber im Umkehrschluss nicht, dass Du Kritik von allen Seiten und von jedem Menschen annehmen musst. Einerseits solltest Du sicherstellen, dass die Person, die Dich kritisiert, eine Ahnung von der Materie hat. Und andererseits, dass Du der Meinung bist, von dieser Person auch lernen zu können. Konkret heißt das, dass Du Deine Songs am Besten von Leuten kritisieren lassen solltest, die Dir in ihren Fähigkeiten entweder ebenbürtig oder Dir sogar überlegen sind.

Denke auch daran, dass manche Menschen lieber kritisieren, als loben. Das ist eine schlechte Eigenschaft, mit der man aber umgehen kann, wenn man darüber bescheid weiß. Es könnte zum Beispiel sein, dass Dir jemand immer nur dann eine Rückmeldung über einen Song gibt, wenn er diesen schlecht findet. Im Umkehrschluss würde das bedeuten, dass er die restlichen Songs von Dir gut findet. Dies erfährst Du allerdings nicht. Hörst Du also von jemandem nur schlechte Kritik, solltest Du ihn konkret fragen, ob er auch etwas Gutes an Deinem Song sieht und was das ist. Oder ob ihm ein anderer Song von Dir gefällt und warum dies so ist. Wenn auch dann etwas von dieser Person kommt, kannst Du die Kritik ernster nehmen.

Abschließend

Als Songwriter ist man immer in seinen Song verliebt. Man hat ihn durch Täler geführt und ihn ja logischerweise erst dann “rumgezeigt”, als man mit ihm zufrieden war. Und natürlich hört man seinen Song gerne und häufig. Ebenso, wie man ein Gericht lieber isst, an dem man selbst mitgekocht hat. Entscheidend ist aber die Meinung derer, die das Gericht nachher essen. Oder auf die Musik bezogen: Die Meinung derjenigen, die den Song nachher hören und kaufen sollen. Hole Dir daher zunächst Meinungen von Leuten ein, die Du musikalisch respektierst und reflektiere dann, ob und inwiefern Du die Kritik annimmst und was Du besser machen kannst. Und stelle Deinen Song idealerweise nach der Fertigstellung anonym einem Testpublikum vor, um ein echtes Meinungsbild zu erhalten. Denke daran: Nicht jeder Song muss ein Hit sein. Auch unabhängig von den großen Hits lässt sich mit Songwriting Geld verdienen. Setze Dich daher nicht zu sehr unter Druck.

 

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