MusikproduktionWas macht ein Musikproduzent?

Ein Musikproduzent produziert- wie der Name bereits vermuten lässt: Musik. Er hält die Fäden in der Hand und fungiert im Tonstudio als “Tonangeber”. Am ehsten lässt sich der Musikproduzent mit dem Regisseur eines Films vergleichen. In diesem Artikel von Musikwissen.com zeigen wir dir einige Aspekte seiner Arbeit. Und die beiden unterschiedlichen Formen von Musikproduzenten. Neben der Organisation der Aufnahmen, kümmert er sich auch um die folgenden Aspekte. die Buchung eines Studios, die Buchung eines Tontechnikers,...

Ein Musikproduzent produziert- wie der Name bereits vermuten lässt: Musik. Er hält die Fäden in der Hand und fungiert im Tonstudio als “Tonangeber”. Am ehsten lässt sich der Musikproduzent mit dem Regisseur eines Films vergleichen. In diesem Artikel von Musikwissen.com zeigen wir dir einige Aspekte seiner Arbeit. Und die beiden unterschiedlichen Formen von Musikproduzenten. Neben der Organisation der Aufnahmen, kümmert er sich auch um die folgenden Aspekte.

  • die Buchung eines Studios,
  • die Buchung eines Tontechnikers,
  • die Auswahl geeigneter Instrumentalmusiker zur Herstellung eines Playbacks (auf das später der Künstler/ Sänger singen kann),
  • die Auswahl von geeigneten Arrangeuren für Streicher oder Chorsätze,
  • den Mix oder die Beauftragung eines guten Mischers,
  • das Mastering oder die Beauftragung einer guten Mastering-Firma,
  • die Umsetzung eines (zielgruppenspezifischen/ stilistischen Aufnahme-) Ziels.

Er teilt den Künstlern mit, wie sie zu spielen oder zu singen haben und versucht daraus letztlich eine gute Musikaufnahme herzustellen. Ein Musikproduzent muss nicht zwangsläufig Tontechniker sein.

Ist ein Musikproduzent ein Tontechniker?

Es passiert oft, dass der Musikproduzent die handwerkliche Arbeit an den Reglern einem Tontechniker überlässt und sich selbst lediglich darum kümmert, dass seine Anweisungen (natürlich auch dem Tontechniker gegenüber) entsprechend umgesetzt werden.

Während der Aufbau eines eigenen Musikproduktions-Studios früher oftmals noch mehrere hunderttausend Euro beansprucht hat, ist es mithilfe der heutigen Computertechnik und dem damit einhergehenden Ersatz von kostspieligen Mischpulten, HD-Recordern, Effektgeräten und aufwendigen Mikrofon-Sets (z.B. für die akkurate Aufnahme von Schlagzeugen) durch preiswerte und leistungsstarke Computersoft- und -hardware bereits möglich ein eigenes, leistungsstarkes Tonstudio für unter 2000 Euro aufzubauen.

Da es heutzutage möglich ist, einen kompletten Flügel oder ein komplettes Orchester durch einen simplen “Midi-Keyboard, PC, Software”-Aufbau ohne Mikrofone aufzunehmen, fallen hohe Kosten für große Aufnahmeräume, teure Instrumente (vgl. Flügel), etliche Notenständer, aufwendige Mikrofonierung (vgl. Orchester oder Schlagzeug) einfach weg. Meistens wird nur eine einigermaßen isolierte Gesangskabine zur Aufnahme von Gesang und einigen Live-Instrumenten (vor allem Gitarre und Bläsersätze) benötigt.

Viele Musikproduzenten sparen sich daher die Kosten für die Buchung eines externen Tonstudios und bauen sich in Ihrem Keller oder Arbeitszimmer ein eigenes, leistungsstarkes Tonstudio auf. Dies setzt natürlich auch gute Kenntnisse im tontechnischen Bereich und das Beherrschen eines Tasteninstruments voraus. Allerdings ist diese Lösung weitaus kostengünstiger und natürlich in gewisser Weise bequemer – wer arbeitet nicht gerne von zu Hause aus?

Musikproduzent werden Im Bereich der Musikproduzenten unterscheiden wir vor allem zwischen zwei unterschiedlichen Typen.

Der selbstständige, freie, “kreative” Musikproduzent

Der selbstständige, freie Musikproduzent ist eine eigene, selbstständige Einheit innerhalb der Musikbranche. Das heißt: Er ist nicht etwa durch ein anderes Unternehmen angestellt, sondern sucht mit Eigeninitiative talentierte Künstler und baut sie zu einem Musik-Act auf an dem er -als Musikproduzent- die Rechte inne hat.Auch- und vor allem- hier ist der Musikproduzent derjenige, der die Fäden in der Hand hält.

Schließlich ist hier der Musikproduzent die kreative Kraft. Er gibt der Band/ dem Künstler ihr Image und produziert dazu passende Songs. Da der freie Musikproduzent im eigenen Auftrag handelt, bestehen keinerlei Verträge zu Plattenfirmen und daher auch niemand, der den Aufwand des Musikproduzenten bezahlt.Er produziert mit dem Künstler/ der Band also einen verkaufsfähigen Song, bezahlt das Tonstudio, eventuell hinzugezogene Studiomusiker, Arrangeure, Tontechniker und so weiter erst mal aus eigener Tasche und hält danach die Rechte an der Aufnahme und der Band (die “Masterrechte” am Song sowie möglicherweise Namens-/ Markenrechte am Bandnamen, usw.).

Die Aufnahme oder das komplette Bandprojekt stellt er nach Fertigstellung verschiedenen Plattenfirmen zur Vermarktung vor, indem er eine aussagekräftige Bewerbungsmappe erstellt und diese an die zuständigen A&R Manager versendet.

Im besten Fall hat der Musikproduzent bereits Kontakte in die Musikbranche, was es ihm mit Sicherheit an einigen Stellen sehr erleichtern wird. Sein Ziel ist es, für das hergestellte Produkt nun einen “Käufer” zu finden, der seinerseits das Produkt an die Konsumenten verkauft.

Finanzielles Risiko eines selbständigen Musikproduzenten

Springt keine Plattenfirma darauf an, kann er die Musik entweder selbst vermarkten oder bleibt komplett auf seinen Kosten sitzen. Übernimmt eine Plattenfirma jedoch die Vermarktung der Musikaufnahme, so erhält der Musikproduzent eben eine vergleichsweise hohe Beteiligung und kann die Rechte, die er besitzt, gewinnbringend vermarkten (z.B. für Merchandising, usw.).

Oft spielt der Musikproduzent im Tonstudio auch selbst ein oder mehrere Instrumente. Zum Beispiel indem er die Spuren via Softwareproduktion auf dem Midi-Keyboard selbst einspielt oder indem er im Background-Chor der Aufnahme einige Stimmen mitsingt. In diesem Fall ist er natürlich neben seiner Tätigkeit als Produzent (was ihm bereits Einnahmen aus den GVL Töpfen einbringt- mehr dazu später) auch ausübender Musiker und erhält entsprechende Einnahmen auch aus der Verwertung der Leistungsschutzrechte (ebenso GVL) als Musiker.

Im Mittelpunkt dieser Produzenten-Form steht also der Musikproduzent: Er sucht die Künstler und Songs aus- komponiert im Regelfall selbst ein paar Songs oder versucht an den Einnahmen aus fremden Songs oftmals durch die Gründung eines eigenen Musikverlags selbst zu partizipieren. Er kümmert sich um die Auswahl von Studiomusikern, Equipment, Plug-Ins und Arrangeuren, etc.

Er bietet die daraus entstehende Aufnahme dann auf eigene Kosten und eigene Initiative zur weiteren Vermarktung an. Natürlich erhält er mehr Geld aus den Einnahmen, da er ja auch zunächst auf eigene Rechnung gearbeitet hat, das unternehmerische Risiko dementsprechend auch selbst zu tragen hatte und letztlich auch Produktionsrechte und oft auch die Rechte am Namen der Band hat, die sich gewinnbringend vermarkten lassen.

Musikproduzenten

Auftrags-Produzent

Der Auftragsproduzent ist wiederum ein Musikproduzent, der auf Basis eines Auftrags produziert. Manchmal wendet sich ein Manager mit einem Künstler oder einer Band an einen Musikproduzenten. Häufig auch ein Musikverlag und manchmal eine Band direkt. Meistens ist es aber eine Plattenfirma, die einen Musikproduzenten mit der Herstellung einer Aufnahme eines Interpreten, der bei der Plattenfirma unter Vertrag ist, beauftragt.

Der Auftrags-Musikproduzent erhält also einen Auftrag, ein damit verbundenes Produktionsbudget und eine Gage. Dafür wird ihm mitgeteilt, was der Auftraggeber erwartet (also welcher Sound, für welche Zielgruppe, in welchem Image, etc.) und er produziert das dann. Je nach dem, lassen Auftraggeber den Musikproduzenten auch frei entscheiden. Wichtig ist jedoch eine klare Absprache im Voraus.

Der Auftragsproduzent sucht also in aller Regel nicht selbst nach Künstlern. Er bekommt von seinem Auftraggeber den Job/ die Arbeit als Produzent bezahlt und hat ihn nach dessen Vorgaben zu erfüllen. Er selbst trägt kein oder nur ein geringes unternehmerisches Risiko, weil er – im Gegensatz zum freien Musikproduzenten- nicht erst ein Produkt aufbauen muss. Das heißt, er ist dann nicht davon abhängig, ob ein Vertrag abgeschlossen werden kann. Es kann ihm egal sein, ob sich das Produkt gut vermarktet. Denn der Auftragsproduzent erhält feste Aufträge und Gagen.

Natürlich ist es auch in diesem Bereich so, dass der Auftragsproduzent aufgrund des geringeren eigenen Risikos und der festen Gage, weniger Beteiligungen und praktisch keine Rechte an den Aufnahmen hat. Er erhält lediglich einen geringen Beteiligungssatz an den Einnahmen der Aufnahme. Wo wir schon beim nächsten Punkt sind.

 

Der Musikproduzent als Songwriter

Insbesondere bei freien Musikproduzenten kann es oft vorkommen, dass der Musikproduzent auch als Songwriter tätig wird. Da der freie Musikproduzent ja gleichzeitig auch der Entscheider ist. So ist es durchaus möglich, dass er die Songs selbst geschrieben hat. Dann ist er nämlich auch Urheber und erhält GEMA-Tantiemen. Andererseits kann es sich anbieten, dass er Songs der professionellen Songwriter im Idealfall noch in einem eigens gegründeten Musikverlag verwertet.

Auch bei der Produktion eines Albums kann es sein, dass der Musikproduzent ein paar Songs von professionellen Songwritern verwendet. Der Rest des Albums wird dann vom Musikproduzenten selbst geschrieben. Die hitverdächtigen Songs der professionellen Songwriter werden dann bei Single-Auskopplungen als Aufhänger verwendet. So soll der Hörer zum Kauf des Albums verleitet werden. Dessen Songs -von den Single-Auskopplungen abgesehen- vom Musikproduzent geschrieben wurden. So erhält der Produzent natürlich auch noch GEMA Einnahmen aus der Verwertung seines eigenen Urheberrechts.

Abschließend

Abschließend lässt sich sagen, dass auch hier das universelle Gesetz gilt, dass derjenige, der mehr wagt eben auch mehr gewinnt. Um als Musikproduzent erfolgreich sein zu können ist ein gutes musikalisches Grundverständnis unerlässlich. Da man als “Tonangeber” den Klang des Songs (und damit natürlich auch dessen kommerzielle Verwertbarkeit) entscheidend mitbestimmt.

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