MusikbusinessDas Urheberrecht – Was sind deine Rechte? Wie schützt du es?

Das Urheberrecht gilt nicht nur für Werke der Musik. Daher ist es wichtig, zu definieren, wann ein Werk überhaupt ein Werk im Sinne des Urheberrechtsgesetzes ist. Für den Bereich der Musik lässt sich festhalten, dass selbst Jingles, also Abfolgen weniger Töne wie beispielsweise bei der ARD Tagesschau oder den fünf Tönen vor dem “Ich liebe es”-Slogan von McDonald’s, in aller Regel dem Urheberrecht unterliegen. Bei Musikwissen.com werfen wir nun einen Blick darauf, welche Rechte einem...

Das Urheberrecht gilt nicht nur für Werke der Musik. Daher ist es wichtig, zu definieren, wann ein Werk überhaupt ein Werk im Sinne des Urheberrechtsgesetzes ist. Für den Bereich der Musik lässt sich festhalten, dass selbst Jingles, also Abfolgen weniger Töne wie beispielsweise bei der ARD Tagesschau oder den fünf Tönen vor dem “Ich liebe es”-Slogan von McDonald’s, in aller Regel dem Urheberrecht unterliegen. Bei Musikwissen.com werfen wir nun einen Blick darauf, welche Rechte einem Urheber durch das Urherberecht entsteht und wie man sie sichern kann.

Der Begriff des Werks

Halten wir trotzdem, der Vollständigkeit halber, fest, welche vier Elemente nach herrschender Meinung den Werkbegriff im Sinne des Urheberrechtsgesetzes definieren:

  • Persönliches Schaffen: das persönliche Schaffen setzt ein Handlungsergebnis, dass durch den gestaltenden, Form prägenden Einfluss eines Menschen geschaffen wurde voraus. Werke von Tieren oder beispielsweise durch eine Zufallsmaschine an einem Computer entstandene Werke fallen also nicht unter dem Begriff des Werkes und unterliegen daher nicht dem Urheberrechtsgesetz.
  • Wahrnehmbare Formgestaltung: um ein Werk im Sinne des Urheberrechts zu sein, bedarf es einer wahrnehmbaren Formgestaltung. Im Rahmen der Musik könnte dies beispielsweise ein beschriebenes Notenblatt sein, ein beschriebenes Blatt mit einer anderen Notation (wie beispielsweise Tabulatoren für Gitarre) oder eine Aufnahme eines Songs. Nicht geschützt sind beispielsweise Ideen.
  • Geistiger Gehalt: der Urheber muss durch sein Werk eine Gedanken- und/ oder Gefühlswelt erzeugen, die in irgendeiner Weise anregend auf den Betrachter/ Hörer wirkt.
  • Eigenpersönliche Prägung: um ein Werk im Sinne des Urheberrechts zu sein, muss es ein gewisses Maß an Individualität und Originalität erreichen. Dieses Kriterium wird oft auch als Gestaltungshöhe bezeichnet. Je nach Art des Werkes ist das von der Rechtsprechung geforderte Maß an Originalität unterschiedlich. Die unterste Grenze, um noch unter den Schutz des Urheberrechts zu fallen, wird kleine Münze genannt.

 

Die “kleine Münze”

Wie bereits erwähnt, stellt sich selbstverständlich die Frage, ob kurze, oft nur vier oder fünf Töne beinhaltende Songs wie zum Beispiel Jingles, noch unter das Urheberrechtsgesetz fallen. Im Gegensatz zu Werken der Literatur oder der Grafik, greift die kleine Münze im Bereich der Musik schon bei sehr niedrigen Voraussetzungen. So sind in aller Regel auch Jingles und sehr einfach gestrickte Kompositionen im Rahmen des Urheberrechts geschützt. In Einzel- und Streitfällen entscheidet darüber ein Gericht.

 

 

Nicht-Übertragbarkeit (außer durch Erbfolge – Nutzungsrechte)

Im deutschsprachigen Raum ist das Urheberrecht nicht übertragbar. Kann also nicht verkauft werden. Die einzige Möglichkeit, das Urheberrecht an eine andere Person zu übertragen, ist, es zu vererben.
Nun stellt sich natürlich die Frage, wie man es einrichten kann, dass jemand anders die Werke eines Urhebers verwendet. Dies geschieht durch die Übertragung der so genannten Nutzungsrechte. Damit kann der Urheber jemandem anders das Recht zur Nutzung der Werke gewähren. Außerdem behält der Urheber weiterhin umfangreiche Rechte an seinem Werk. Dazu gehören vor allem die so genannten Urheberpersönlichkeitsrechte.

 

 

Urheberpersönlichkeitsrechte

Die Urheberpersönlichkeitsrechte werden in den Paragraphen 12-14 des Urheberrechtsgesetz geregelt. Dazu gehört unter anderem, dass nur der Urheber allein darüber entscheiden kann, wann sein Werk veröffentlicht wird.

Der Urheber wählt frei, ob und unter welcher Urheberbezeichnung er sein Werk veröffentlicht. So kann er beispielsweise ein Pseudonym, wie einen Künstlernamen, wählen oder das Werk unter seinem eigenen Namen veröffentlichen.

Er genießt zudem Schutz dagegen, dass sein Werk unter dem Namen eines Dritten veröffentlicht wird. Die Veröffentlichung eines Werkes unter dem Namen eines Dritten ist strafbewehrt.

Der Urheber hat einen Schutz gegen jegliche Entstellung oder sonstige Beeinträchtigung seines Werkes. Nehmen wir also beispielsweise den Fall eine Musikgruppe mit nationalpolitischem Hintergrund möchte einen deiner Songs covern, so hast du das Recht, dies zu unterbinden.

Im Rahmen der Verwertungsrechte partizipierst du an sämtlichen Verwertungen. Du erhältst also einen Anteil wenn dein Werk vervielfältigt wird, wenn es verbreitet wird, wenn es ausgestellt wird, wenn es vorgetragen wird, wenn es aufgeführt wird oder wenn es vorgeführt wird. Diese Liste ist nicht abschließend.

Zudem steht dir, wie wir bereits besprochen hatten, auch ein gesetzlicher Vergütungsanspruch zu.

Die Rechte die die das Urheberrecht zugesteht, sind also relativ umfangreich und nicht veräußerlich.

 

Schranken des Urheberrechts

Das Urheberrecht kennt aber auch Schranken.

 

  • Gemeinfreiheit

    Hier ist insbesondere zu erwähnen, die Gemeinfreiheit, die nichts anderes bedeutet, als dass das Urheberrecht für ein Werk vollständig erlischt. Dies geschieht 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers. Während diese 70 Jahre können die Erben weiterhin vom Urheberrecht profitieren.
    Konkret bedeutet das, dass viele große tragische und musikalische Werke nicht länger dem Urheberrecht unterliegen. Dazu gehören die Werke der großen klassischen Komponisten wie Beethoven ebenso, wie literarische Meisterwerke eines Shakespeare.

 

  • Zitate

    Weiter ist zu nennen die Zitatfreiheit. Im Rahmen des Urheberrechtsgesetzes ist es möglich, ganze Werke oder Teile davon in einem durch den Zweck gebotenen Umfang zu übernehmen. Dies hat sein Ursprung darin, dass auch du als Urheber auf den kulturellen Errungenschaften der Allgemeinheit dein Werk aufgebaut hast.
    Kriterien hierfür sind, dass das Zitat der Unterstützung oder Auseinandersetzung mit den eigenen Aussagen des Zitierenden dienen, oder ein Mittel der künstlerischen Gestaltung sind. Die Verwendung als Zitat muss der Schaffung eines selbstständigen, schutzfähigen wissenschaftlichen Werks dienen.

 

  • Paragraphen 44a bis 63 UrhG

    Weitere Schranken des Urheberrechts, finden sich in den Paragraphen 44a bis 63 des Urheberrechtsgesetzes.

 

 

Nachweis einer Urheberschaft

Wir wissen bereits, dass das Urheberrecht einfach so entsteht. Wir brauchen es nicht schützen zu lassen und wir brauchen auch nicht Mitglied einer Verwertungsgesellschaft, eines Vereins oder einer sonstigen Institution sein, um das Urheberrecht zu begründen.

Was ist nun aber, wenn jemand behauptet, einen Song vor uns geschrieben zu haben? Da das Urheberrecht ja automatisch entstanden ist, gibt es auch keine Aufzeichnungen, die beweisen könnten, wann wir den Song geschrieben haben. Das Urheberrecht stünde aber demjenigen zu, der den Song zuerst geschrieben hat.

Urheberrecht schützen – über Notar oder Veröffentlichung

Wir sehen die Notwendigkeit, unser Urheberrecht doch irgendwie schützen zu müssen. Aber wie kann das erfolgen? Schaut man im Internet und befragt alte Musikkoryphäen, so wird man oft Folgendes hören. Brenne Deine Musik auf CD . Pack sie in einen Umschlag. Und sende diesen Umschlag versiegelt an dich selbst. Der Poststempel, der das Datum des Versands trägt, wird dann vor Gericht nachweisen, wann die CD in den Umschlag eingelegt worden ist. Und somit das Urheberrecht an ein bestimmtes Datum koppeln.

Nehmen wir an, es käme zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung mit einem anderen Menschen, der behauptet ein Lied vor dir geschrieben zu haben, so wird die Gegenseite vermutlich behaupten, du hättest dir einfach einen leeren Umschlag an dich selbst verschickt und die CD erst dann eingelegt, nachdem klar war, dass jemand anderes das Urheberrecht für sich beansprucht. Es bestehen also Zweifel und weitläufige Manipulationsmöglichkeiten an der eben beschriebenen Methode.

Willst du also auf Nummer sichergehen, so ist die verlässlichste Alternative, deine Songs bei einem Notar zu hinterlegen. Eine andere Möglichkeit bestünde darin, deines Songs auf Portalen wie beispielsweise YouTube zu veröffentlichen. Denn auch hier koppelst du die Existenz eines Songs an ein gewisses Datum. Denke aber daran, dass vor Gericht dann dieses Datum herangezogen werden wird. Hast du also ein Lied vor zwei Jahren geschrieben und lädst es jetzt zu YouTube hoch oder hinterlegt es jetzt beim Notar, so ist damit lediglich nachgewiesen, dass spätestens jetzt das Urheberrecht bewiesen werden kann. Wir sollten also Wert darauf legen, unseres Songs so schnell wie möglich nach deren Erschaffung entweder bei einem Notar zu hinterlegen oder in irgendeiner nachweisbaren Art und Weise (also durch Zeugen bestätigt) zu veröffentlichen.

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